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  • 标题:Durch die Geschichte der Sinjer Krajina
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  • 作者:Stulli, Bernard
  • 期刊名称:Narodna umjetnost. Croatian Journal of Ethnology and Folklore Research
  • 印刷版ISSN:0547-2504
  • 出版年度:1967
  • 卷号:5 i 6
  • 期号:1
  • 页码:90-93
  • 出版社:Institute of Ethonology and Folklore Research
  • 摘要:Die Abhandlung umfasst die Zeitperiode vom XIII. bis Mitte des XX. Jh., das Augenmerk wird jenen wichtigsten Elementen der Geschichte der Sinjer Krajina zugewendet die erheblich auf das Leben des Volkes und auf die materielle und geistige Kultur dieses Gebietes einwirkten. Indem er die natürlichen geographischen Bedingungen der Sinjer Krajina analysiert, betont der Verfasser schon einleitend zwei Komponenten, die in dem gegebenen geschichtlichen Zeitabschnitt dauernd und wesentlich auf den geschieht-liehen Entwicklungsprozess eingewirkt haben, und das sind: die Viehzucht als wichtigster Wirtschaftszweig einerseits und die Gabelung wichtiger Verkehrsarterien auf dem Boden der Sinjer Krajina andererseits. Im Gefüge der Dalmatinischen Zagora, deren karstiger Boden so kärgliche Bedingungen für das Leben der Menschen bietet, war das Sinjer Feld seit jeher eine verMltnismassig fruchtbarere Oase, trotz der Überschwemmungen des Flusses Cetina, die einen Teil dieses Feldes ständig der Landwirtschaft streitig machten. Auch für die Viehweide boten sich grosse Möglichkeiten, die um so grösser waren, als zur Weide auch die Berghalden benützt werden konnten, besonders aber die vorzüglichen Hochgebirgsweiden des Dinara Gebirges, das die nordöstliche Seite des Gebietes der Sinjer Krajina abgrenzt. Indem er von der so gearteten materiellen Grundlage ausgeht, sieht der Verfasser auch für den Zeitabschnitt des Mittelalters in diesen Grundbedingungen die Ursachen für: eine verhältnismässig grössere Population der Sinjer Krajina; eine verhältnismässig bedeutende Immigration auch der Walachen in dieses Gebiet; die Mobilität der Bevölkerung, hervorgerufen durch den Charakter der Viehzucht als des wichtigsten Wirtschaftszweiges; die lebhaften täglichen Kontakte der Bevölkerung der Sinjer Krajina mit den benachbarten Gebieten Dalmatiens einerseits und der Herzegowina andererseits; die ständigen Streitigkeiten mit diesen Nachbarn um die Weiden für das Vieh; die heftigen Streitigkeiten der kroatischen Feudalherren um den Besitz dieses Gebietes als feudaler Domäne, die verhältnismässig beträchliche Einkünfte ermöglicht sowohl von seiner Viehzucht, als auch von dem Handel, der sich auf der bekannten und traditionellen Karawanenstrasse Split—Sinj—Livno und weiter in das Innere der Hinterlandsgebiete abwickelt. In der Epoche des mittelalterlichen Feudalismus, sind viele und entscheidende Ereignisse dieses Gebietes an die Kämpfe seiner Feudalherren mit den dalmatinischen Küstenstädten geknüpft, die darauf aus sind, die Gebiete ihres Hinterlandes sich ökonomisch je vollständiger zu unterwerfen, namentlich sich der Karawanenstrasse zu bemächtigen und den Handel mit den Hinterlandsgebieten zu monopolisieren. Ebenso wie anderswo, war auch hier das Monopol des Salzhandels in den Händen der Küstenstädte, jenes Machtmittel, kraft welchen die Städte das Viehzucht betreibende Hinterland in starker ökonomiischer Abhängigkeit hielten. Die Gegensätze und Kämpfe zwischen den Zentren des Handelskapitals, d. h. den Küstenstädten und dem Viehzucht und Ackerbau betreibenden Hinterland, werden immer schärfer und intensiver. Sie werden noch verstärkt durch die Bestrebungen der kroatisch-ungarischen Könige und Baue, die sich ihre Herrschaft auch über diese Teile ihres Landes zu sichern wünschen, wahrend ihnen die bosnischen Bane und Könige einerseits und Vened g andererseits diese Herrschaft abzugewinnen trachten. Die gesellschaftliche Differenzierug, die sich unter den geschilderten Umständen auch auf dem Gebiet der Sinjer Krajina abwickelt, entspricht dem gesamten Lauf dieses Prozesses im Rahmen des kroatischen gutsherrlichen Feudalismus. Ebenso wie in den Nachbargeb eten, ist der Status der zugewanderten Viehzüchter-Walachen anders geartet, da diese von den Feudalherren in erster Reihe des Militärdienstes wegen aufgenommen werden. Der Verschmelzungsprozess dieser Walachen mit der einheimischen kroatischen Bevölkerung schreitet allmählich und immer mehr vorwärts. Die Viehzucht als Hauptwirtschaftsweig, mit ihren Traditionen, dem Gewohnheitsrecht und ökonomischen Bedürfnissen, wirkt entscheidend auf die Gestaltung des gesamten Volkslehens der Sinjer Krajina. Die türkischen Einfälle im Laufe des XV- Jh., ihre Unterwerfung des benachbarten Bosniens und der Herzegowina, die Verwandlung der Sinjer Krajina in ein Grenzgebiet gegen einen solchen Eroberer und, schliesslich, auch die türkische Eroberung der Sinjer Krajina in den ersten Jahrzehnten des XV. Jh., das alles rief wesentliche und grundlegende Veränderungen hervor im Leben und im Schicksal der Sinjer Krajina. Vor allem dadurch, weil das System der türkischen Kriegsführung die Vertreibung und fast vollständige Auswechselung der Einwohnerschaft auch in dieser »Krajina« hervorrief, und weiterhin auch mittels des Regimes des türkischen Feudalsystems. Vom Ende des XV. Jh. an und durch einige folgende Jahrhunderte, wird das Sinjer Gebiet tatsächlich zur »Krajina« in der vollen und schwersten Bedeutung dieses Wortes, d. h. ein Grenzgebiet mächtiger und expansiver Staaten: der Türkei, Venedigs (das einen wichtigen Teil DalmaÜens sich angeeignet hatte) und Österreichs. Das ist ein Grenzschlachtfeld, auf dem permanent »kleine Kriege« geführt werden, unterbrochen durch zeitweise »grosse Kriege«, tragische Seiten ins Geschichtsbuch dieses Gebietes niederschreibend. Die türkisch-venezianischen Kämpfe im XVI. und XVII. Jh., mit gegenseitigen Einfällen und Verwüstungen des gegnerischen Gebiets, in denen das Vergeltungsgesetz zur Regel des täglichen Lebens wurde, stellen den schwersten Zettabschnitt im Leben des Volkes dieses Gebietes vor. Jedoch die allzu schweren Folgen dieses zweihundertjährigen Zeitabschnittes verden nachhaltig empfunden, auch während des XVII. Jh., in welchem der venezianische Staat Herr der Sinjer Krajina ist, wie auch während des XIX. Jh., als das Gebiet ein Teil des österreichischen Kaiserreiches wird, weil diese Folgen, bei der Fortdauer der Sinjer Krajina in der Lage eines Grenzgebietes, sowie bei der Sorglosigkeit der fremdstaatlichen Herrschaft, lange und tief das gesamte ökonomische und gesellschaftliche Leben der Bevölkerung der Sinjer Krajina durchdringen. Die neuerliche grundlegende Auswechslung der Bevölkerung der Sinjer Krajina, als Resultat der venezianisch-türkischer Kriege Ende des XVII. und Anfang des XVIII. Jb. gab ausserdem einen besonderen Stempel dem Prozess der geschichtlichen Entwicklung und dem Verlauf des Volkslebens dieses Gebietes. Neben der Darlegung der angeführten Momente aus der politischen Geschichte, verweilt der Verfasser auch bei der gründlichen Betrachtung der Lage der Viehzucht und des Handels in der Sinjer Krajina Ende des XVIII. Jh. In seinen weiteren Ausfuhrungen widmet der Verfasser fast die ganze zweite Hälfte semer Abhandlung der Analyse der wichtigsten Elemente in dem langen und spezifischen Prozess der Eindringung des Kapitalismus in die Dörfer der Sinjer Krajina, von Anfang des XIX bis Matte des XX Jh. Die Analyse umfasst der Reihe nach: die Ackerbauproduktion, die Viehzucht, den Handel und das Verkehrswesen. Besondere Beachtung wird den Problemen des Bodenbesitzes und den agrarischen Verhältnissen gewidmet, sowie der bedeutenden Rotte des Wucher-Kapitals und dem Verschuldungszustand der Bauernschaft. Die Ursachen der Stagnation des Ackerbaues während dieser Periode von anderthalb Jahrhunderten, sieht der Verfasser vor allem in der Sorglosigkeit der staatlichen Behörden die, die Regulierung des Flusses Cetina durchzuführen, unterLessen und auch die Überschwemmungen des Sinjer Feldes nicht abwehrten, wodurch sie das jahrhundertealte und primärste Lebensproblem der Sinjer Krajina ungelöst Hessen. Neben den immer schwierigeren Bedingungen für die Placierung der Agrarprodukte auf dem kapitalistischen Markt, musste auch die Lage der Bauern immer schwieriger werden, und die grossen Agrarkrisen der 70-er Jahre des XIX. Jh. und der 30-er Jahre des XX. Jh. trafen sie besonders schwer. Die Zerbröckelung und VerStreuung des Bauernbesitzes ist im ständigen Anwachsen und wird von den ungelösten leibedgenschaftMchen und kolo-natischen Verhältnissen begleitet, die, ebenso wie auch in ganz Dalmafcien, von den Reformen im Jahre 1848 nicht angetastet wurden, sondern diese wurden, und zwar nur teilweise, erst in den 30-er Jahren des XX. Jh durchgeführt. Bedeutend ist die Tätigkeit des Wucherkapitals, das sich in vercshiedenen Formen meldet. Bin Teil der pauperisierten Bauernmasse migriert saisonweise in die fruchtbaren Gebiete des Donautales und ein Teil emigriert dauernder in die Uberseeländer, besonders Ende des XIX und Anfang des XX. Jh. De Viehzucht blieb der Hauptwirtschaftszweig der Sinjer Krajina auch in dieser Periode- Die Zahl des Gross- und Kleinviehs ist verhältnismässig gross auch noch zu Beginn des zweiten Weltkrieges auf jugoslawischem Boden im Jahre 1941, jedoch neben den günstigen Naturbedingungen, waren auch in diesem Falle adäquate Massnahmen der staatlichen ökonomischen Politik notwendig, um diese Basis und Hauptquelle der bäuerlichen Existenz zu fördern. Solche Massnahmen sind Jedoch ausgeblieben, oder sie waren bloss palliativer Natur. Die österreichische Bureaukratie beschrieb unzählige Akten über die Notwendigkeit solcher Massnahmen zur Förderung der Viehzucht, führte aber nur ein Minimum dieser Massnahmen in der Praxis durch. So behielt auch die Sinjer Viehzucht dauernd die Charakteristik einer überwiegend halbnomadisch-extensiven, hutweide-betre'.benden Viehzucht. Im allgemeinen stagniert sie in dieser Periode von Anfang des XIX. bis Mitte des XX. Jh. Gewerbe und Industrie sind unentwickelt und bieten der Bevölkerung kei«. nerlei Möglickeiten zu einer zusätzlichen Erwerbsquelle. Auch der Handel stellt keine solche für die breiteren Bevölkerungsmassen dar- Der traditionelle Karawanen-Handel, der von dem breiteren bosnischen Hinterland, durch die Sinjer Krajina, nach den mitteldalmatinischen Häfen zog, verschwand gegen Ende des XIX. Jh. Er wurde durch neue Verkehrsläufe abgelöst, die die Sinjer Krajina umgingen. Die Verkehrspolitik des Ausbaues von Strassen und Eisenbahnarterien, wurde, sowohl zur Zeit Österreichs (1813—1918), als auch zur Zeit des alten Jugoslawiens (1918—1941), planmässig zum Schaden der kroatischen Länder geführt. Das äusserte sich auch auf dem Gebiete der Sinjer Krajina. Es verblieb allein der regionale Handel, der ziemlich lebhaft ist und auf Grund dessen sich das Handelsstädtchen Sinj entwickelt. Das Handelskapital dieses Städtchens ist ein ziemlich bedeutender Faktor der Exploitation der Dörfer der Sinjer Krajina. Auch der verhältnismässig hohe Grad des Analphabetismus der Dorfbevölkerung, noch in den 30-er Jahren des XX. Jh., stellt einen der Reflexe dieser Exploitation dar. Ebenso wie die allgemeine Krise des kapitalistischen Systems und der Staaten während der ersten Hälfte des XX. Jh. stätige Fortschritte machte, und ebenso wie sich die allgemeine Lage der Bauernschaft, (besonders nach der grossen Agrarkrise Anfang der 30-er Jahre des XX. Jh.) stätig verschlimmerte, so reiften auch die Bedingungen zu dem gemeinsamen Kampf der Bauern-und Ar-beätermassen. Auf dem Gebiete der Sinjer Krajina schritt dieser Prozess besonders vorwärts. Bedeutende Resultate zeigten sich schon im Jahre 1940 gelegentlich der Bezirkswahlen. Die Arbeiter- und Bauernliste, inspiriert von der Komunisti-schen Partafc Jugoslawiens, trug bei diesen Wahlen in der Gemeinde Sdnj einen grossen und überzeugenden Sieg davon. Diese politische Mobilisierung der Bauern-und Arbeitermassen war zugleich auch die Vorbereitung für den Befreiungskampf, der bald danach begann. Im Schlusskapitel »Die Volksmassen im Befreiungskampf (1941—1945)« gibt 'der Verfasser eine Übersicht der Entwicklung des Befreiungskampfes, den auch das Volk der Sinjer Krajina, im Verbände des Befreiungskrieges der Völker Jugoslawiens, unter der Führung der Komundstischen Partei Jugoslawiens, gegen die italienischen und deutschen Okkupatoren, sowie gegen die heimischen Ustaschen-und Cetniken-Quislinge führte. Die Übersicht umfasst: die Vorbereitungen zum bewaffneten Kampf; die Formierung der ersten Partisanen-Einheiten und Ko-mandos auf dem S njer Gebiet im Juli und August des Jahres 1941; die Organisierung eines ständigen Partisanen-Stützpunktes auf dem Gebirge Dinara, als eines der zentralen Stützpunkte des Volksbefreiungskampfes, nicht nur für die Sinjer Krajina, sondern für das gesamte Mitteldalmatien und das benachbarte bosnisch-herzegowinische Gebiet- Anschliessend werden die ersten, sowie der Reihe nach alle grösseren bewaffneten Aktäonen der Partisanen-Abteilungen gegen den italienischen Okkupator und die Ustaschas geschildert, angefangen vom Herbst des Jahres 1941, dann im Laufe des Jahres 1942, als sich das befreite Gebiet unter der Kontrolle der Partisanen-Einheiten ständig verbreitet und von dem DinaraGebirge immer erfolgreicher der Gab der IV operativen Zone des Volksbefreiungsheeres Jugoslawiens wirkte. Mit dem zahlenmässigen Anwuches der Partisanen-Einheiten sind auch die immer grösseren und bedeutsameren Kämpfe und Schläge gegen den Feind verbunden. Paralell damit läuft die limmer intensivere Arbeit der Volksberfredungsbewegung auch auf dem unbefreiten Territorium, und die Zahl der Volksbef reiungs-Komitees, als Organe des Volkskampfes und der neuen Volksbehörde, die sich stufenweise formiert, wird immer grösser. Im weiteren werden die militärischen und politischen Beratungen angeführt, die dem Aufschwung des Befreiungskampfes und seiner immer grösseren Massenhaftigkeit gewidmet sind, und insbesondere werden die Beschlüsse der Beratung der Volksdelegierten Dalmatiens angeführt, die am 28. I- 1943 im befreiten benachbarten Gebiet von Livno stattfand. Detaillierter werden auch alle erfolgreicheren militärischen Aktionen gegen den Okkupator und die Quislinge im Laufe des Jahres 1943, besonders im Sommer desselben Jahres, als der obere Teil des Cetina-Tales mit der Stadt Vrlika befreit wurde, geschildert. Dann döe schweren Kämpfe mit den Deutschen, den Ustaschen und den Cetniken im Herbst des Jahres 1943, nach der Kapitulation des faschistischen Italiens, sowie der Terror und das Massaker, welches die deutschen SS-Truppen und die quislingdschen Formationen im Frühjahr des Jahres 1944 in den Dörfern der Sinjer Krajina vollführten. Am Schluss werden die abschliessenden Operationen des Volksbefreiungskrieges im Herbst des Jahres 1944 geschildert, sowie die Vertreibung des Feindes aus dem Gebiet der Sinjer Krajina und ihre definitive Befreiung am 25. Oktober 1944, als auch die Stadt Sinj befreit wurde.
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